Pride and Prejudice

Pride and Prejudice

Stolz und Vorurteil

Jane Austen · 1813

Ein klassischer Roman, der Liebe, sozialen Status und Vorurteile im England des 19. Jahrhunderts erforscht.

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Der Originaltext, jede Zeile gefolgt von ihrer Übersetzung.

It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune, must be in want of a wife.

Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann mit einem ansehnlichen Vermögen unbedingt eine Ehefrau braucht.

However little known the feelings or views of such a man may be on his first entering a neighbourhood, this truth is so well fixed in the minds of the surrounding families, that he is considered the rightful property of some one or other of their daughters.

Wie wenig man auch immer über die Gefühle oder Ansichten eines solchen Mannes bei seinem ersten Einzug in eine Nachbarschaft wissen mag, diese Tatsache ist in den Köpfen der umliegenden Familien so fest verankert, dass er als rechtmäßiges Eigentum einer ihrer Töchter betrachtet wird.

“My dear Mr. Bennet,” said his lady to him one day, “have you heard that Netherfield Park is let at last?”

„Mein lieber Mr. Bennet“, sagte seine Dame eines Tages zu ihm, „haben Sie gehört, dass Netherfield Park endlich vermietet ist?“

Mr. Bennet replied that he had not.

Herr Bennet erwiderte, dass er dies nicht getan habe.

“But it is,” returned she; “for Mrs. Long has just been here, and she told me all about it.”

„Aber es ist so“, erwiderte sie; „denn Mrs. Long war gerade hier und hat mir alles darüber erzählt.“

Mr. Bennet made no answer.

Herr Bennet gab keine Antwort.

“Do you not want to know who has taken it?” cried his wife impatiently.

„Willst du denn nicht wissen, wer es genommen hat?“, rief seine Frau ungeduldig.

“YOU want to tell me, and I have no objection to hearing it.”

„Sie möchten es mir erzählen, und ich habe nichts dagegen, es zu hören.“

This was invitation enough.

Das war Einladung genug.

“Why, my dear, you must know, Mrs.

„Warum, meine Liebe, das müssen Sie doch wissen, Frau.

Long says that Netherfield is taken by a young man of large fortune from the north of England; that he came down on Monday in a chaise and four to see the place, and was so much delighted with it, that he agreed with Mr. Morris immediately; that he is to take possession before Michaelmas, and some of his servants are to be in the house by the end of next week.”

Long berichtet, dass Netherfield von einem jungen, vermögenden Mann aus Nordengland erworben wurde; dass dieser am Montag in einer Kutsche mit vier Pferden angereist sei, um sich das Anwesen anzusehen, und so begeistert davon gewesen sei, dass er sofort mit Herrn Morris eine Vereinbarung getroffen habe; dass er das Anwesen noch vor Michaelis in Besitz nehmen werde und einige seiner Bediensteten bis Ende nächster Woche im Haus sein würden.“

“What is his name?”

„Wie heißt er?“

“Bingley.”

„Bingley.“

“Is he married or single?”

„Ist er verheiratet oder ledig?“

“Oh! Single, my dear, to be sure! A single man of large fortune; four or five thousand a year. What a fine thing for our girls!”

„Oh! Junggeselle, meine Liebe, gewiss! Ein Junggeselle mit großem Vermögen; vier- oder fünftausend im Jahr. Welch ein Glück für unsere Mädchen!“

“How so? How can it affect them?”

„Wie das? Wie kann sich das auf sie auswirken?“

“My dear Mr. Bennet,” replied his wife, “how can you be so tiresome! You must know that I am thinking of his marrying one of them.”

„Mein lieber Mr. Bennet“, erwiderte seine Frau, „wie können Sie nur so lästig sein! Sie müssen doch wissen, dass ich darüber nachdenke, ihn mit einer von ihnen zu verheiraten.“

“Is that his design in settling here?”

„Ist das sein Plan, sich hier niederzulassen?“

“Design! Nonsense, how can you talk so! But it is very likely that he MAY fall in love with one of them, and therefore you must visit him as soon as he comes.”

„Design! Unsinn, wie kannst du so reden! Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass er sich in eine von ihnen verlieben könnte, und deshalb musst du ihn besuchen, sobald er kommt.“

“I see no occasion for that. You and the girls may go, or you may send them by themselves, which perhaps will be still better, for as you are as handsome as any of them, Mr. Bingley may like you the best of the party.”

„Ich sehe dafür keinen Anlass. Sie und die Mädchen können gehen, oder Sie können sie allein schicken, was vielleicht sogar besser ist, denn da Sie genauso gut aussehen wie alle anderen, könnte Mr. Bingley Sie am liebsten von allen finden.“

“My dear, you flatter me. I certainly HAVE had my share of beauty, but I do not pretend to be anything extraordinary now. When a woman has five grown-up daughters, she ought to give over thinking of her own beauty.”

„Meine Liebe, Sie schmeicheln mir. Ich war gewiss von Schönheit, aber ich bilde mir nicht ein, jetzt etwas Außergewöhnliches zu sein. Wenn eine Frau fünf erwachsene Töchter hat, sollte sie aufhören, über ihre eigene Schönheit nachzudenken.“

“In such cases, a woman has not often much beauty to think of.”

„In solchen Fällen gibt es für eine Frau oft nicht viel Schönes, woran sie denken könnte.“

“But, my dear, you must indeed go and see Mr. Bingley when he comes into the neighbourhood.”

„Aber, meine Liebe, du musst unbedingt Mr. Bingley besuchen, wenn er in die Gegend kommt.“

“It is more than I engage for, I assure you.”

„Das ist mehr, als ich mir vorgenommen habe, das versichere ich Ihnen.“

“But consider your daughters. Only think what an establishment it would be for one of them. Sir William and Lady Lucas are determined to go, merely on that account, for in general, you know, they visit no newcomers.

„Aber denken Sie an Ihre Töchter. Stellen Sie sich nur vor, was für ein Ort das für eine von ihnen wäre. Sir William und Lady Lucas sind fest entschlossen, allein deshalb hinzugehen, denn im Allgemeinen, wissen Sie, besuchen sie keine Neuankömmlinge.“

Indeed you must go, for it will be impossible for US to visit him if you do not.”

„Sie müssen unbedingt hingehen, denn es wird uns unmöglich sein, ihn zu besuchen, wenn Sie nicht gehen.“

“You are over-scrupulous, surely.

„Sie sind sicherlich übervorsichtig.“

I dare say Mr. Bingley will be very glad to see you; and I will send a few lines by you to assure him of my hearty consent to his marrying whichever he chooses of the girls; though I must throw in a good word for my little Lizzy.”

Ich nehme an, Mr. Bingley wird sich sehr freuen, Sie zu sehen; und ich werde Ihnen ein paar Zeilen ausrichten, um ihm meine herzliche Zustimmung zu seiner Heirat mit derjenigen der Mädchen zu versichern, die er wählt; allerdings muss ich ein gutes Wort für meine kleine Lizzy einlegen.“

“I desire you will do no such thing. Lizzy is not a bit better than the others; and I am sure she is not half so handsome as Jane, nor half so good-humoured as Lydia. But you are always giving HER the preference.”

„Ich wünsche mir, dass du so etwas nicht tust. Lizzy ist kein bisschen besser als die anderen; und ich bin sicher, sie ist nicht halb so hübsch wie Jane, noch halb so gut gelaunt wie Lydia. Aber du bevorzugst sie immer.“

“They have none of them much to recommend them,” replied he; “they are all silly and ignorant like other girls; but Lizzy has something more of quickness than her sisters.”

„Keine von ihnen hat viel zu bieten“, erwiderte er; „sie sind alle albern und unwissend wie andere Mädchen; aber Lizzy ist etwas geistreicher als ihre Schwestern.“

“Mr. Bennet, how CAN you abuse your own children in such a way? You take delight in vexing me. You have no compassion for my poor nerves.”

„Mr. Bennet, wie können Sie Ihre eigenen Kinder nur so misshandeln? Sie haben Freude daran, mich zu quälen. Sie haben keinerlei Mitleid mit meinen armen Nerven.“

“You mistake me, my dear. I have a high respect for your nerves. They are my old friends. I have heard you mention them with consideration these last twenty years at least.”

„Du irrst dich, meine Liebe. Ich habe großen Respekt vor deinen Nerven. Sie sind meine alten Freunde. Ich habe dich in den letzten zwanzig Jahren immer wieder mit Respekt über sie sprechen hören.“

Mr. Bennet was so odd a mixture of quick parts, sarcastic humour, reserve, and caprice, that the experience of three-and-twenty years had been insufficient to make his wife understand his character. HER mind was less difficult to develop.

Herr Bennet war eine so eigentümliche Mischung aus Schlagfertigkeit, sarkastischem Humor, Zurückhaltung und Launenhaftigkeit, dass selbst dreiundzwanzig Jahre Ehe nicht ausgereicht hatten, um seiner Frau seinen Charakter verständlich zu machen. Ihr Verständnis war da schon leichter zu entwickeln.

She was a woman of mean understanding, little information, and uncertain temper. When she was discontented, she fancied herself nervous. The business of her life was to get her daughters married; its solace was visiting and news.

Sie war eine Frau von geringem Verstand, wenig Wissen und einem unbeständigen Temperament. Wenn sie unzufrieden war, bildete sie sich ein, nervös zu sein. Ihre Lebensaufgabe bestand darin, ihre Töchter zu verheiraten; Trost fand sie in Besuchen und Neuigkeiten.

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