
Der Process
Il Processo
Franz Kafka · 1925 · 10 capitoli
Un uomo viene arrestato all'improvviso per un crimine sconosciuto, esplorando la burocrazia e l'alienazione.
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Il testo originale, ogni riga seguita dalla sua traduzione.
Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Die Köchin der Frau Grubach, seiner Zimmervermieterin, die ihm jeden Tag gegen acht Uhr früh das Frühstück brachte, kam diesmal nicht.
Qualcuno deve aver calunniato Josef K., perché una mattina, senza aver fatto nulla di male, fu arrestato. La cuoca della signora Grubach, la sua padrona di casa, che gli portava la colazione ogni giorno verso le otto, questa volta non si presentò.
Das war noch niemals geschehen.
Ciò non era mai accaduto prima.
K. wartete noch ein Weilchen, sah von seinem Kopfkissen aus die alte Frau, die ihm gegenüber wohnte und die ihn mit einer an ihr ganz ungewöhnlichen Neugierde beobachtete, dann aber, gleichzeitig befremdet und hungrig, läutete er. Sofort klopfte es und ein Mann, den er in dieser Wohnung noch niemals gesehen hatte, trat ein.
K. aspettò ancora un po', osservando dal cuscino la vecchia che abitava di fronte a lui, osservandolo con insolita curiosità. Poi, sentendosi allo stesso tempo disorientato e affamato, suonò il campanello. Subito bussarono alla porta ed entrò un uomo che non aveva mai visto prima in quell'appartamento.
Er war schlank und doch fest gebaut, er trug ein anliegendes schwarzes Kleid, das ähnlich den Reiseanzügen mit verschiedenen Falten, Taschen, Schnallen, Knöpfen und einem Gürtel versehen war und infolgedessen, ohne daß man sich darüber klar wurde, wozu es dienen sollte, besonders praktisch erschien.
Era snello ma di corporatura robusta, indossava un abito nero attillato, simile a un abito da viaggio, con varie pieghe, tasche, fibbie, bottoni e una cintura e, di conseguenza, senza che fosse chiaro a cosa servisse, appariva particolarmente pratico.
„Wer sind Sie?“ fragte K. und saß gleich halb aufrecht im Bett.
"Chi sei?" chiese K., sedendosi quasi dritto sul letto.
Der Mann aber ging über die Frage hinweg, als müsse man seine Erscheinung hinnehmen, und sagte bloß seinerseits: „Sie haben geläutet?“ „Anna soll mir das Frühstück bringen,“ sagte K. und versuchte zunächst stillschweigend durch Aufmerksamkeit und Überlegung festzustellen, wer der Mann eigentlich war.
L'uomo, tuttavia, ignorò la domanda, come se il suo aspetto dovesse essere accettato, e disse semplicemente a sua volta: "Hai suonato il campanello?" "Anna dovrebbe portarmi la colazione", disse K., e inizialmente cercò silenziosamente, con attenzione e riflessione, di stabilire chi fosse realmente quell'uomo.
Aber dieser setzte sich nicht allzu lange seinen Blicken aus, sondern wandte sich zur Tür, die er ein wenig öffnete, um jemandem, der offenbar knapp hinter der Tür stand, zu sagen: „Er will, daß Anna ihm das Frühstück bringt.“ Ein kleines Gelächter im Nebenzimmer folgte, es war nach dem Klang nicht sicher, ob nicht mehrere Personen daran beteiligt waren.
Ma non si espose troppo a lungo al loro sguardo, si voltò invece verso la porta, che aprì leggermente per dire a qualcuno che apparentemente si trovava appena dentro: "Vuole che Anna gli porti la colazione". Nella stanza accanto seguì una piccola risata; a giudicare dal suono, non era chiaro se fossero coinvolte più persone.
Trotzdem der fremde Mann dadurch nichts erfahren haben konnte, was er nicht schon früher gewußt hätte, sagte er nun doch zu K. im Tone einer Meldung: „Es ist unmöglich.“ „Das wäre neu,“ sagte K., sprang aus dem Bett und zog rasch seine Hosen an. „Ich will doch sehn, was für Leute im Nebenzimmer sind und wie Frau Grubach diese Störung mir gegenüber verantworten wird.“ Es fiel ihm zwar gleich ein, daß er das nicht hätte laut sagen müssen und daß er dadurch gewissermaßen ein Beaufsichtigungsrecht des Fremden anerkannte, aber es schien ihm jetzt nicht wichtig.
Sebbene lo sconosciuto non potesse aver appreso nulla che non sapesse già, disse comunque a K. con tono da reporter: "È impossibile". "Sarebbe una novità", disse K., saltando giù dal letto e infilandosi rapidamente i pantaloni. "Voglio vedere che tipo di gente c'è nella stanza accanto e come la signora Grubach giustificherà questo disturbo nei miei confronti". Gli venne subito in mente che non avrebbe dovuto dirlo ad alta voce e che in un certo senso stava riconoscendo allo sconosciuto il diritto di sorveglianza, ma ora non gli sembrava importante.
Immerhin faßte es der Fremde so auf, denn er sagte: „Wollen Sie nicht lieber hierbleiben?“ „Ich will weder hierbleiben noch von Ihnen angesprochen werden, solange Sie sich mir nicht vorstellen.“ „Es war gut gemeint,“ sagte der Fremde und öffnete nun freiwillig die Tür.
Almeno così interpretò lo straniero, perché disse: "Non preferiresti restare qui?" "Non voglio restare qui, né voglio che tu mi rivolga la parola, finché non ti presenti." "Era una buona intenzione", disse lo straniero, e poi aprì volontariamente la porta.
Im Nebenzimmer, in das K. langsamer eintrat als er wollte, sah es auf den ersten Blick fast genau so aus, wie am Abend vorher.
La stanza successiva, nella quale K. entrò più lentamente di quanto avrebbe voluto, a prima vista sembrava quasi identica alla sera prima.
Es war das Wohnzimmer der Frau Grubach, vielleicht war in diesem mit Möbeln, Decken, Porzellan und Photographien überfüllten Zimmer heute ein wenig mehr Raum als sonst, man erkannte das nicht gleich, um so weniger, als die Hauptveränderung in der Anwesenheit eines Mannes bestand, der beim offenen Fenster mit einem Buch saß, von dem er jetzt aufblickte.
Era il soggiorno della signora Grubach; forse in quella stanza, stipata di mobili, coperte, porcellane e fotografie, c'era un po' più di spazio del solito, ma questo non era immediatamente evidente, soprattutto perché il cambiamento principale era la presenza di un uomo seduto vicino alla finestra aperta con un libro, dal quale ora alzava lo sguardo.
„Sie hätten in Ihrem Zimmer bleiben sollen! Hat es Ihnen denn Franz nicht gesagt?“ „Ja, was wollen Sie denn?“ sagte K. und sah von der neuen Bekanntschaft zu dem mit Franz Benannten, der in der Tür stehengeblieben war, und dann wieder zurück.
"Avresti dovuto restare nella tua stanza! Non te l'ha detto Franz?" "Sì, cosa vuoi?" disse K., guardando prima il suo nuovo conoscente, poi l'uomo di nome Franz, rimasto sulla soglia, e poi di nuovo lui.
Durch das offene Fenster erblickte man wieder die alte Frau, die mit wahrhaft greisenhafter Neugierde zu dem jetzt gegenüberliegenden Fenster getreten war, um auch weiterhin alles zu sehn.
Attraverso la finestra aperta si poteva vedere di nuovo la vecchia che, con una curiosità davvero geriatrica, si era avvicinata alla finestra di fronte per continuare a vedere tutto.
„Ich will doch Frau Grubach —“ sagte K., machte eine Bewegung, als reiße er sich von den zwei Männern los, die aber weit von ihm entfernt standen, und wollte weitergehn.
«Voglio la signora Grubach...», disse K., facendo un movimento come se volesse staccarsi dai due uomini, che stavano in piedi lontano da lui, e volesse continuare a camminare.
„Nein,“ sagte der Mann beim Fenster, warf das Buch auf ein Tischchen und stand auf. „Sie dürfen nicht weggehn, Sie sind ja gefangen.“ „Es sieht so aus,“ sagte K. „Und warum denn?“ fragte er dann. „Wir sind nicht dazu bestellt, Ihnen das zu sagen.
"No", disse l'uomo vicino alla finestra, gettando il libro su un tavolino e alzandosi. "Non puoi andartene, sei un prigioniero." "Sembra proprio di sì", disse K. "E perché?" chiese poi. "Non siamo qui per dirtelo."
Gehn Sie in Ihr Zimmer und warten Sie. Das Verfahren ist nun einmal eingeleitet und Sie werden alles zur richtigen Zeit erfahren. Ich gehe über meinen Auftrag hinaus, wenn ich Ihnen so freundschaftlich zurede.
Vai nella tua stanza e aspetta. Il processo è stato avviato e scoprirai tutto a tempo debito. Sto andando oltre i miei doveri parlandoti in modo così amichevole.
Aber ich hoffe, es hört es niemand sonst als Franz und der ist selbst gegen alle Vorschrift freundlich zu Ihnen.
Ma spero che nessuno lo senta tranne Franz, e lui stesso si sta comportando in modo amichevole con te, anche contro tutte le regole.
Wenn Sie auch weiterhin so viel Glück haben wie bei der Bestimmung Ihrer Wächter, dann können Sie zuversichtlich sein.“ K. wollte sich setzen, aber nun sah er, daß im ganzen Zimmer keine Sitzgelegenheit war, außer dem Sessel beim Fenster.
"Se continui ad avere la stessa fortuna nella scelta dei tuoi tutori, allora puoi stare tranquillo." K. avrebbe voluto sedersi, ma ora si accorse che in tutta la stanza non c'era posto a sedere, a parte la poltrona vicino alla finestra.
„Sie werden noch einsehn, wie wahr das alles ist,“ sagte Franz und ging gleichzeitig mit dem andern Mann auf ihn zu. Besonders der letztere überragte K. bedeutend und klopfte ihm öfters auf die Schulter.
«Presto capirai quanto è vero tutto questo», disse Franz, e lui e l'altro uomo gli si avvicinarono contemporaneamente. Quest'ultimo, in particolare, incombeva notevolmente su K. e gli dava spesso pacche sulla spalla.
Beide prüften K.s Nachthemd und sagten, daß er jetzt ein viel schlechteres Hemd werde anziehn müssen, daß sie aber dieses Hemd wie auch seine übrige Wäsche aufbewahren und, wenn seine Sache günstig ausfallen sollte, ihm wieder zurückgeben würden.
Entrambi esaminarono la camicia da notte di K. e dissero che da quel momento avrebbe dovuto indossare una camicia molto peggiore, ma che avrebbero tenuto anche questa e il resto della biancheria e, se il caso si fosse risolto positivamente, gliel'avrebbero restituita.
„Es ist besser, Sie geben die Sachen uns als ins Depot,“ sagten sie, „denn im Depot kommen öfters Unterschleife vor und außerdem verkauft man dort alle Sachen nach einer gewissen Zeit ohne Rücksicht, ob das betreffende Verfahren zu Ende ist oder nicht.
«È meglio che tu dia gli oggetti a noi piuttosto che al deposito», dissero, «perché nel deposito i furti avvengono più spesso e, inoltre, lì vendono tutti gli oggetti dopo un certo periodo di tempo, indipendentemente dal fatto che il procedimento in questione sia concluso o meno».
Und wie lange dauern doch derartige Prozesse besonders in letzter Zeit.
E quanto tempo richiedono questi processi, soprattutto ultimamente.
Sie bekämen dann schließlich allerdings vom Depot den Erlös, aber dieser Erlös ist erstens an sich schon gering, denn beim Verkauf entscheidet nicht die Höhe des Angebotes, sondern die Höhe der Bestechung und weiter verringern sich solche Erlöse erfahrungsgemäß, wenn sie von Hand zu Hand und von Jahr zu Jahr weitergegeben werden.“ K. achtete auf diese Reden kaum, das Verfügungsrecht über seine Sachen, das er vielleicht noch besaß, schätzte er nicht hoch ein, viel wichtiger war es ihm, Klarheit über seine Lage zu bekommen; in Gegenwart dieser Leute konnte er aber nicht einmal nachdenken, immer wieder stieß der Bauch des zweiten Wächters — es konnten ja nur Wächter sein — förmlich freundschaftlich an ihn, sah er aber auf, dann erblickte er ein zu diesem dicken Körper gar nicht passendes trockenes, knochiges Gesicht, mit starker, seitlich gedrehter Nase, das sich über ihn hinweg mit dem andern Wächter verständigte.
Alla fine avrebbero ricevuto il ricavato dal deposito, ma questo ricavato è, in primo luogo, già esiguo, perché nella vendita non è l'ammontare dell'offerta a determinare l'esito, ma l'ammontare della tangente, e in secondo luogo, come dimostra l'esperienza, tale ricavato diminuisce ulteriormente quando passa di mano in mano e di anno in anno." K. prestò poca attenzione a queste parole; non attribuiva molta importanza al diritto di disporre dei suoi beni, che forse ancora possedeva; per lui era molto più importante chiarire la sua situazione. In presenza di queste persone, tuttavia, non riusciva nemmeno a pensare; la pancia della seconda guardia – potevano essere solo guardie – gli urtava ripetutamente contro in modo piuttosto amichevole. Ma quando alzò lo sguardo, vide un viso asciutto e ossuto, del tutto fuori posto su quel corpo grasso, con un naso pronunciato e obliquo, che conversava con l'altra guardia sopra la sua testa.
Was waren denn das für Menschen? Wovon sprachen sie? Welcher Behörde gehörten sie an? K. lebte doch in einem Rechtsstaat, überall herrschte Friede, alle Gesetze bestanden aufrecht, wer wagte ihn in seiner Wohnung zu überfallen?
Che tipo di persone erano? Di cosa stavano parlando? A quale autorità appartenevano? K. viveva in uno stato di diritto; la pace regnava ovunque, tutte le leggi erano in vigore, quindi chi osava aggredirlo nel suo appartamento?
Er neigte stets dazu, alles möglichst leicht zu nehmen, das Schlimmste erst beim Eintritt des Schlimmsten zu glauben, keine Vorsorge für die Zukunft zu treffen, selbst wenn alles drohte.
Tendeva sempre a prendere tutto il più alla leggera possibile, a credere che il peggio sarebbe accaduto solo quando il peggio era accaduto e a non fare previsioni per il futuro, anche quando tutto era minaccioso.
Hier schien ihm das aber nicht richtig, man konnte zwar das Ganze als Spaß ansehn, als einen groben Spaß, den ihm aus unbekannten Gründen, vielleicht weil heute sein dreißigster Geburtstag war, die Kollegen in der Bank veranstaltet hatten, es war natürlich möglich, vielleicht brauchte er nur auf irgendeine Weise den Wächtern ins Gesicht zu lachen und sie würden mitlachen, vielleicht waren es Dienstmänner von der Straßenecke, sie sahen ihnen nicht unähnlich — trotzdem war er diesmal förmlich schon seit dem ersten Anblick des Wächters Franz entschlossen, nicht den geringsten Vorteil, den er vielleicht gegenüber diesen Leuten besaß, aus der Hand zu geben.
Ma questo non gli sembrava giusto; si poteva certamente considerare tutto questo uno scherzo, uno scherzo volgare che i suoi colleghi di banca gli avevano organizzato per motivi ignoti, forse perché era il suo trentesimo compleanno; era naturalmente possibile, forse gli bastava ridere in faccia alle guardie e loro avrebbero riso con loro, forse erano facchini all'angolo della strada, non gli somigliavano molto – ciononostante, questa volta era praticamente deciso fin dal primo sguardo alla guardia Franz a non rinunciare al minimo vantaggio che poteva avere su quelle persone.
Darin, daß man später sagen würde, er habe keinen Spaß verstanden, sah K. eine ganz geringe Gefahr, wohl aber erinnerte er sich — ohne daß es sonst seine Gewohnheit gewesen wäre, aus Erfahrungen zu lernen — an einige an sich unbedeutende Fälle, in denen er zum Unterschied von seinen Freunden mit Bewußtsein, ohne das geringste Gefühl für die möglichen Folgen sich unvorsichtig benommen hatte und dafür durch das Ergebnis gestraft worden war.
K. vedeva ben poco pericolo nel fatto che in seguito la gente avrebbe detto che non aveva senso dell'umorismo, ma ricordava – sebbene non fosse sua abitudine imparare dall'esperienza – alcuni casi insignificanti in cui, a differenza dei suoi amici, aveva agito in modo sconsiderato, con piena consapevolezza e senza la minima idea delle possibili conseguenze, ed era stato punito per questo dal risultato.
Es sollte nicht wieder geschehen, zumindest nicht diesmal; war es eine Komödie, so wollte er mitspielen.
Non dovrebbe succedere di nuovo, almeno non questa volta; se fosse stata una commedia, lui avrebbe voluto farne parte.
Noch war er frei. „Erlauben Sie,“ sagte er und ging eilig zwischen den Wächtern durch in sein Zimmer. „Er scheint vernünftig zu sein,“ hörte er hinter sich sagen.
Era ancora libero. "Mi scusi", disse, e si affrettò a passare tra le guardie verso la sua stanza. "Sembra una persona assennata", sentì dire qualcuno alle sue spalle.
In seinem Zimmer riß er gleich die Schubladen des Schreibtischs auf, es lag dort alles in großer Ordnung, aber gerade die Legitimationspapiere, die er suchte, konnte er in der Aufregung nicht gleich finden.
Giunto nella sua stanza, spalancò subito i cassetti della scrivania; tutto era in perfetto ordine, ma nell'eccitazione non riuscì a trovare subito i documenti d'identità che stava cercando.
Schließlich fand er seine Radfahrlegitimation und wollte schon mit ihr zu den Wächtern gehn, dann aber schien ihm das Papier zu geringfügig und er suchte weiter, bis er den Geburtsschein fand.
Alla fine trovò il suo permesso di circolazione e stava per portarlo alle guardie, ma poi il documento gli sembrò troppo insignificante e continuò a cercare finché non trovò il certificato di nascita.
Als er wieder in das Nebenzimmer zurückkam, öffnete sich gerade die gegenüberliegende Tür und Frau Grubach wollte dort eintreten.
Mentre tornava nella stanza accanto, la porta di fronte si stava aprendo e la signora Grubach stava per entrare.
Man sah sie nur einen Augenblick, denn kaum hatte sie K. erkannt, als sie offenbar verlegen wurde, um Verzeihung bat, verschwand und äußerst vorsichtig die Tür schloß. „Kommen Sie doch herein,“ hatte K. gerade noch sagen können.
Fu vista solo per un attimo, perché aveva appena riconosciuto K., quando si sentì imbarazzata, chiese scusa, scomparve e chiuse la porta con molta attenzione. "Prego, entri", era riuscito a dire K.
Nun aber stand er mit seinen Papieren in der Mitte des Zimmers, sah noch auf die Tür hin, die sich nicht wieder öffnete, und wurde erst durch einen Anruf der Wächter aufgeschreckt, die bei dem Tischchen am offenen Fenster saßen und, wie K. jetzt erkannte, sein Frühstück verzehrten.
Ma ora stava in piedi con le sue carte in mezzo alla stanza, continuando a guardare la porta che non si riapriva, e fu spaventato solo dal richiamo delle guardie, che erano sedute al tavolino vicino alla finestra aperta e, come K. capì ora, stavano facendo colazione.
„Warum ist sie nicht eingetreten?“ fragte er. „Sie darf nicht,“ sagte der große Wächter. „Sie sind doch verhaftet.“ „Wie kann ich denn verhaftet sein?
"Perché non è entrata?" chiese. "Non le è permesso", disse la guardia alta. "Sei in arresto." "Come posso essere in arresto?"
Und gar auf diese Weise?“ „Nun fangen Sie also wieder an,“ sagte der Wächter und tauchte ein Butterbrot ins Honigfäßchen.
E in questo modo, nientemeno? "Ora ricomincia da capo", disse la guardia, immergendo un panino imburrato nel barile di miele.
„Solche Fragen beantworten wir nicht.“ „Sie werden sie beantworten müssen,“ sagte K. „Hier sind meine Legitimationspapiere, zeigen Sie mir jetzt die Ihrigen und vor allem den Verhaftbefehl.“ „Du lieber Himmel!“ sagte der Wächter, „daß Sie sich in Ihre Lage nicht fügen können und daß Sie es darauf angelegt zu haben scheinen, uns, die wir Ihnen jetzt wahrscheinlich von allen Ihren Mitmenschen am nächsten stehn, nutzlos zu reizen.“ „Es ist so, glauben Sie es doch,“ sagte Franz, führte die Kaffeetasse, die er in der Hand hielt, nicht zum Mund, sondern sah K. mit einem langen, wahrscheinlich bedeutungsvollen, aber unverständlichen Blick an. K. ließ sich, ohne es zu wollen, in ein Zwiegespräch der Blicke mit Franz ein, schlug dann aber doch auf seine Papiere und sagte: „Hier sind meine Legitimationspapiere.“ „Was kümmern uns denn die?“ rief nun schon der große Wächter.
«Non rispondiamo a queste domande.» «Dovrai rispondere», disse K. «Ecco i miei documenti d'identità; ora mostrami i tuoi e soprattutto il mandato d'arresto.» «Santo cielo!» disse la guardia, «che non riesci ad accettare la tua situazione e che a quanto pare hai deliberatamente cercato di provocare noi, che siamo probabilmente i più vicini a te tra tutti i tuoi simili in questo momento.» «È vero, credimi», disse Franz, senza portare la tazza di caffè che teneva alla bocca, ma guardando K. con uno sguardo lungo, probabilmente significativo, ma incomprensibile. K., involontariamente, iniziò un dialogo di sguardi con Franz, ma poi colpì i suoi documenti e disse: «Ecco i miei documenti d'identità.» «Che ce ne importa di quelli?» esclamò la guardia alta.
„Sie führen sich ärger auf als ein Kind. Was wollen Sie denn? Wollen Sie Ihren großen verfluchten Prozeß dadurch zu einem raschen Ende bringen, daß Sie mit uns, den Wächtern, über Legitimation und Verhaftbefehl diskutieren.
"Ti stai comportando peggio di un bambino. Cosa vuoi? Vuoi porre fine rapidamente al tuo grande, maledetto processo discutendo di legittimità e mandati di arresto con noi, le guardie?"
Wir sind niedrige Angestellte, die sich in einem Legitimationspapier kaum auskennen und die mit Ihrer Sache nichts anderes zu tun haben, als daß sie zehn Stunden täglich bei Ihnen Wache halten und dafür bezahlt werden.
Siamo impiegati di basso livello che sanno a malapena cosa sia un documento d'identità e il cui unico scopo nel tuo caso è quello di farti la guardia per dieci ore al giorno ed essere pagati per questo.
Das ist alles, was wir sind, trotzdem aber sind wir fähig, einzusehn, daß die hohen Behörden, in deren Dienst wir stehn, ehe sie eine solche Verhaftung verfügen, sich sehr genau über die Gründe der Verhaftung und die Person des Verhafteten unterrichten.
Questo è tutto ciò che siamo, ma siamo in grado di comprendere che le alte autorità al cui servizio siamo, prima di ordinare un simile arresto, dovrebbero accertare con estrema precisione le ragioni dell'arresto e la persona dell'individuo arrestato.
Es gibt darin keinen Irrtum.
Non c'è alcun errore in questo.
Unsere Behörde, soweit ich sie kenne, und ich kenne nur die niedrigsten Grade, sucht doch nicht etwa die Schuld in der Bevölkerung, sondern wird, wie es im Gesetz heißt, von der Schuld angezogen und muß uns Wächter ausschicken. Das ist Gesetz.
Le nostre autorità, per quanto ne so io – e conosco solo i ranghi più bassi – non cercano di incolpare la popolazione, ma piuttosto, come dice la legge, sono attratte dal senso di colpa e devono inviare le nostre guardie. Questa è la legge.
Wo gäbe es da einen Irrtum?“ „Dieses Gesetz kenne ich nicht,“ sagte K. „Desto schlimmer für Sie,“ sagte der Wächter.
"Dove potrebbe esserci un errore?" "Non conosco questa legge", disse K. "Tanto peggio per te", disse la guardia.
„Es besteht wohl auch nur in Ihren Köpfen,“ sagte K., er wollte sich irgendwie in die Gedanken der Wächter einschleichen, sie zu seinen Gunsten wenden oder sich dort einbürgern.
"Probabilmente esiste solo nelle vostre teste", disse K., voleva in qualche modo intrufolarsi nella mente delle guardie, sfruttarla a suo vantaggio o stabilirsi lì.
Aber der Wächter sagte nur abweisend: „Sie werden es zu fühlen bekommen.“ Franz mischte sich ein und sagte: „Sieh, Willem, er gibt zu, er kenne das Gesetz nicht und behauptet gleichzeitig, schuldlos zu sein.“ „Du hast ganz recht, aber ihm kann man nichts begreiflich machen,“ sagte der andere.
Ma la guardia si limitò a dire con disprezzo: "Lo sentirai". Francis intervenne e disse: "Guarda, Willem, ammette di non conoscere la legge e allo stesso tempo afferma di essere innocente". "Hai perfettamente ragione, ma non puoi fargli capire niente", disse l'altro.
K. antwortete nicht mehr; muß ich, dachte er, durch das Geschwätz dieser niedrigsten Organe — sie geben selbst zu, es zu sein — mich noch mehr verwirren lassen? Sie reden doch jedenfalls von Dingen, die sie gar nicht verstehn.
K. non rispose più; devo forse lasciarmi ulteriormente confondere, pensò, dalle chiacchiere di questi organi inferiori – loro stessi ammettono di esserlo? Dopotutto, parlano di cose che non capiscono affatto.
Ihre Sicherheit ist nur durch ihre Dummheit möglich. Ein paar Worte, die ich mit einem mir ebenbürtigen Menschen sprechen werde, werden alles unvergleichlich klarer machen als die längsten Reden mit diesen.
La loro sicurezza è possibile solo grazie alla loro stupidità. Poche parole scambiate con qualcuno di pari statura renderanno tutto incomparabilmente più chiaro dei discorsi più lunghi che potrei fare con loro.
Er ging einige Male in dem freien Raum des Zimmers auf und ab, drüben sah er die alte Frau, die einen noch viel ältern Greis zum Fenster gezerrt hatte, den sie umschlungen hielt.
Camminò avanti e indietro più volte nello spazio vuoto della stanza; lì vide la vecchia che aveva trascinato alla finestra un uomo ancora più anziano, stringendolo forte a sé.
K. mußte dieser Schaustellung ein Ende machen: „Führen Sie mich zu Ihrem Vorgesetzten,“ sagte er. „Bis er es wünscht; nicht früher,“ sagte der Wächter, der Willem genannt worden war.
K. dovette porre fine a questo spettacolo: "Portami dal tuo superiore", disse. "Finché non lo vorrà, non prima", disse la guardia, che si chiamava Willem.
„Und nun rate ich Ihnen,“ fügte er hinzu, „in Ihr Zimmer zu gehn, sich ruhig zu verhalten und darauf zu warten, was über Sie verfügt werden wird.
«E ora ti consiglio», aggiunse, «di andare nella tua stanza, di restare in silenzio e di aspettare di vedere cosa ti verrà fatto».
Wir raten Ihnen, zerstreuen Sie sich nicht durch nutzlose Gedanken, sondern sammeln Sie sich, es werden große Anforderungen an Sie gestellt werden.
Ti consigliamo di non distrarti con pensieri inutili, ma di concentrarti: ti verranno richieste grandi cose.
Sie haben uns nicht so behandelt, wie es unser Entgegenkommen verdient hätte, Sie haben vergessen, daß wir, mögen wir auch sein was immer, zumindest jetzt Ihnen gegenüber freie Männer sind, das ist kein kleines Übergewicht.
Non ci avete trattato come meritavamo la nostra cooperazione; avete dimenticato che noi, qualunque cosa siamo, ora siamo almeno uomini liberi nei vostri confronti, e questo non è un vantaggio da poco.
Trotzdem sind wir bereit, falls Sie Geld haben, Ihnen ein kleines Frühstück aus dem Kaffeehaus drüben zu bringen.“
Tuttavia, se avete i soldi, siamo disposti a portarvi una piccola colazione dalla caffetteria dall'altra parte della strada."
Ohne auf dieses Angebot zu antworten, stand K. ein Weilchen lang still.
Senza rispondere a questa offerta, K. rimase immobile per un po'.
Vielleicht würden ihn die beiden, wenn er die Tür des folgenden Zimmers oder gar die Tür des Vorzimmers öffnen würde, gar nicht zu hindern wagen, vielleicht wäre es die einfachste Lösung des Ganzen, daß er es auf die Spitze trieb.
Forse se avesse aperto la porta della stanza accanto, o addirittura quella dell'anticamera, i due non avrebbero osato fermarlo; forse la soluzione più semplice sarebbe stata quella di spingere la cosa all'estremo.
Aber vielleicht würden sie ihn doch packen, und war er einmal niedergeworfen, so war auch alle Überlegenheit verloren, die er jetzt ihnen gegenüber in gewisser Hinsicht doch wahrte.
Ma forse alla fine lo avrebbero catturato e, una volta abbattuto, tutta la superiorità che ora manteneva su di loro, sotto un certo aspetto, sarebbe andata perduta.
Deshalb zog er die Sicherheit der Lösung vor, wie sie der natürliche Verlauf bringen mußte, und ging in sein Zimmer zurück, ohne daß von seiner Seite oder von Seite der Wächter ein weiteres Wort gefallen wäre.
Perciò preferì la sicurezza della soluzione che il corso naturale degli eventi avrebbe portato e tornò nella sua stanza senza che né lui né le guardie pronunciassero un'altra parola.
Er warf sich auf sein Bett und nahm vom Waschtisch einen schönen Apfel, den er sich gestern abend für das Frühstück vorbereitet hatte.
Si gettò sul letto e prese dal lavabo una bella mela che aveva preparato per colazione la sera prima.
Jetzt war er sein einziges Frühstück und jedenfalls, wie er sich beim ersten großen Bissen versicherte, viel besser, als das Frühstück aus dem schmutzigen Nachtcafé gewesen wäre, das er durch die Gnade der Wächter hätte bekommen können.
Ora era la sua unica colazione e, in ogni caso, come si convinse con il primo grosso boccone, era molto meglio della colazione del sudicio bar notturno che avrebbe potuto procurarsi grazie alla misericordia delle guardie.
Er fühlte sich wohl und zuversichtlich, in der Bank versäumte er zwar heute vormittag seinen Dienst, aber das war bei der verhältnismäßig hohen Stellung, die er dort einnahm, leicht entschuldigt. Sollte er die wirkliche Entschuldigung anführen?
Si sentiva bene e fiducioso; anche se quella mattina aveva saltato il turno in banca, la cosa era facilmente giustificabile, data la sua posizione relativamente elevata. Avrebbe dovuto fornire la vera scusa?
Er gedachte es zu tun. Würde man ihm nicht glauben, was in diesem Fall begreiflich war, so konnte er Frau Grubach als Zeugin führen oder auch die beiden Alten von drüben, die wohl jetzt auf dem Marsch zum gegenüberliegenden Fenster waren.
Aveva intenzione di farlo. Se non gli avessero creduto, il che era comprensibile in questo caso, avrebbe potuto citare la signora Grubach come testimone, o persino i due anziani che abitavano dall'altra parte della strada, che probabilmente in quel momento si stavano dirigendo verso la finestra opposta.
Es wunderte K., wenigstens aus dem Gedankengang der Wächter wunderte es ihn, daß sie ihn in das Zimmer getrieben und ihn hier allein gelassen hatten, wo er doch mehrfache Möglichkeit hatte, sich umzubringen.
K. rimase sorpreso, almeno dal punto di vista delle guardie, che lo avessero spinto nella stanza e lasciato lì da solo, quando aveva avuto diverse occasioni di suicidarsi.
Gleichzeitig allerdings fragte er sich, aus seinem Gedankengang, was für einen Grund er haben könnte, es zu tun. Etwa, weil die zwei nebenan saßen und sein Frühstück abgefangen hatten.
Allo stesso tempo, però, si chiese, seguendo il filo dei suoi pensieri, quale ragione potesse avere per farlo. Forse perché le due persone sedute accanto a lui avevano intercettato la sua colazione.
Es wäre so sinnlos gewesen sich umzubringen, daß er, selbst wenn er es hätte tun wollen, infolge der Sinnlosigkeit dazu nicht imstande gewesen wäre.
Sarebbe stato così inutile suicidarsi che, anche se avesse voluto farlo, non ne sarebbe stato in grado, data l'inutilità della cosa.
Wäre die geistige Beschränktheit der Wächter nicht so auffallend gewesen, so hätte man annehmen können, daß auch sie infolge der gleichen Überzeugung keine Gefahr darin gesehen hätten, ihn allein zu lassen.
Se i limiti intellettuali delle guardie non fossero stati così evidenti, si sarebbe potuto supporre che anche loro non avrebbero visto alcun pericolo nel lasciarlo solo, data la loro convinzione comune.
Sie mochten jetzt, wenn sie wollten, zusehn, wie er zu einem Wandschränkchen ging, in dem er einen guten Schnaps aufbewahrte, wie er ein Gläschen zuerst zum Ersatz des Frühstücks leerte und wie er ein zweites Gläschen dazu bestimmte, ihm Mut zu machen, das letztere nur aus Vorsicht für den unwahrscheinlichen Fall, daß es nötig sein sollte.
Ora, se lo desideravano, potevano guardarlo mentre si dirigeva verso un piccolo mobiletto a muro in cui teneva un buon liquore, vuotarne prima un bicchiere come sostituto della colazione e servirsi di un secondo bicchiere per dargli coraggio, quest'ultimo solo come precauzione nel caso in cui fosse stato necessario.
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